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Schlagwort: Buchholz

Landrat Rainer Rempe. (c) Landkreis Harburg

Förderprogramm für Unternehmen ist ein Erfolgsmodell

Innovativ und nachhaltig: Mit dem Produkt Terra preta will Hauke Witte den Markt erobern und gleichzeitig das Klima schützen. Der Unternehmensgründer aus Hanstedt will künftig innovativen Dünger nach Vorbild der Indios aus Südamerika herstellen, der nicht nur den Boden verbessert, sondern außerdem Kohlenstoff dauerhaft bindet. Bei diesem Vorhaben bekommt er Hilfe: Der Landkreis Harburg und die Samtgemeinde Hanstedt unterstützen den Unternehmensgründer aus Hanstedt aus dem Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Damit steht Hauke Witte nicht allein: Er ist nur einer von inzwischen 113 Unternehmern, die mit dem gemeinsamen Förderprogramm des Landkreises Harburg und seiner Kommunen zur Förderung von Investitionen sowie zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) unterstützt werden.

Das ist ein Erfolgsmodell und Jobmotor: „Das KMU-Förderprogramm ist ein effektives und wirkungsvolles Instrument, um die Wirtschaftskraft im Landkreis Harburg weiter zu stärken“, zog Landrat Rainer Rempe im Wirtschaftsausschuss eine positive Bilanz. „Gleichzeitig ist es ein außerordentlich erfolgreiches Instrument zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in unserem Landkreis“, sagte Rainer Rempe weiter.

Das zahlt sich aus. Sowohl im bundesweiten Regionen-Ranking als auch im Gründungs-Ranking aller 401 Landkreise ist der Landkreis Harburg ganz vorn dabei. Er gehört in Niedersachsen und in der Metropolregion Hamburg sogar zu den Spitzenreitern. „Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen im Landkreis leisten einen zentralen und wertvollen Beitrag für das erfreuliche Wachstum unserer Region“, betonte der Landrat.

Seit April 2015 können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Landkreis Harburg Fördergelder für betriebliche Investitionen beantragen. Die Besonderheit ist, dass es ausschließlich aus kommunalen Mitteln finanziert wird und sowohl der Landkreis als auch die am Programm beteiligten Städte, Gemeinden und Samtgemeinden dafür Haushaltsmittel bereitstellen. „In fünf Jahren wurden damit 862 Arbeitsplätze gesichert und 467 Arbeitsplätze neu geschaffen“, sagte Landrat Rainer Rempe. „Das Geld kommt dort an, wo es ankommen soll: bei den kleineren Unternehmen. 75 Prozent der Antragsteller haben weniger als zehn Mitarbeiter.“

Inzwischen haben 113 Unternehmen Förderbescheide für ihre Investitionsvorhaben erhalten, weitere 22 Anträge sind im Bewilligungsprozess. In den vergangenen fünf Jahren haben Unternehmen Fördermittel in Höhe von rund 3,25 Millionen Euro erhalten. Dadurch wurden mehr als 84,3 Millionen Euro betriebliche Investitionen im Landkreis Harburg ausgelöst. Durchschnittlich wurden 4,4 Arbeitsplätze pro Unternehmen geschaffen. Sowohl die räumliche Verteilung der bewilligten Fördermittel auf die Städte und Gemeinden als auch der Branchenmix der Betriebe ist sehr ausgewogen.

Das aktuelle KMU-Förderprogramm läuft bis 2027. Gefördert werden Betriebserweiterungen, -verlagerungen und Existenzgründungen sowie Betriebsübernahmen. Der Zuschuss kann bis zu 45.000 Euro betragen und wird jeweils zur Hälfe vom Landkreis und der Kommune getragen, in der das Unternehmen investiert. Als Fördervoraussetzung ist eine Investition von mindestens 30.000 Euro notwendig, die im Zusammenhang mit der Sicherung vorhandener und der Schaffung neuer Arbeitsplätze steht.

„Ganz wichtig ist, dass der Antrag vor Investitionsbeginn gestellt wird“, sagt Thomas Nordmann von der Stabsstelle Kreisentwicklung / Wirtschaftsförderung. „Existenzgründer und Unternehmen, die ihre Investitionen mit uns planen, beraten wir gern persönlich bei der Antragsstellung.“

Ansprechpartner ist Thomas Nordmann, Telefon 04171 – 693 737, E-Mail t.nordmann@lkharburg.de . Weitere Informationen gibt es auch unter http://www.landkreis-harburg.de/kmu-foerderung .

Foto ©Landkreis Harburg:
Erfolgsmodell und Jobmotor: Landrat Rainer Rempe zieht eine positive Bilanz für das KMU-Förderprogramm.

Informierten gemeinsam über die Ansiedlungspläne im TIP Innovationspark Nordheide: Heiko Braun (v. r.) und Dieter Hoth, Geschäftsführer der Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG, mit WLH-Geschäftsführer Jens Wrede und René Meyer, stellvertretender Geschäftsführer der WLH. Foto: WLH / Bianca Augustin

Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG baut neue Zentrale im TIP Innovationspark

Leitungen für Gas, Strom, Wärme oder Highspeed-Datenübertragung – all dies sind Beispiele für sogenannte erdgebundene Infrastruktur, ohne die viele Innovationen und die Digitalisierung von heute undenkbar wären. Ein Spezialist auf diesem Sektor ist der Buchholzer Mittelständler Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG. Seit über 60 Jahren ist das Familienunternehmen mit insgesamt zehn Standorten in Norddeutschland und über 500 Mitarbeitern erfolgreich im Auftrag von Versorgungsunternehmen tätig.

Die Zeichen bei Hoth stehen auf Wachstum. Und nun steht auch fest, an welchem Standort das Unternehmen seinen Kurs fortsetzen kann: Auf knapp 4400 Quadratmetern errichtet Hoth ein neues, zentrales Verwaltungsgebäude im TIP Innovationspark Nordheide und investiert vor Ort rund 2,5 Millionen Euro. Am neuen Unternehmenssitz sollen nicht nur die verschiedenen Standorte der Verwaltung zentralisiert werden. Hoth plant auch die Schaffung weiterer Arbeitsplätze und setzt auf die Ausbildung des Fachkräfte-Nachwuchses.

„Wir mussten in der Vergangenheit bereits Räumlichkeiten anmieten, um das Mitarbeiterwachstum auffangen zu können“, erläutern die Geschäftsführer Dieter Hoth und Heiko Braun. „Die Bauausführung ist deutlich komplexer geworden, die Anforderungen in der Dokumentation sind deutlich gestiegen. Wir setzen daher auf ein hohes Qualifizierungsniveau unserer Mitarbeiter und auch eine hohe Ausbildungsquote vor allem im Bereich Rohrleitungsbau und Industriebetriebselektrik. Unser Plan für 2021 sieht 60 Auszubildende im gesamten Unternehmen vor. Darüber hinaus suchen wir laufend weitere Fachkräfte.“

Entwickelt und erschlossen wird der TIP Innovationspark Nordheide durch die WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH in enger Kooperation mit der Stadt Buchholz i.d.N.. WLH-Geschäftsführer Jens Wrede betont: „Wir freuen uns, dass sich die Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG für den Standort entschieden hat. Das Unternehmen passt gut zum Konzept des Wirtschaftsgebietes. Als ein systemrelevanter Dienstleister schafft Hoth die Voraussetzungen für unsere moderne Kommunikationstechnik und ergänzt damit das Portfolio der innovativen Branchen im TIP. Zudem ist ein Teil der Flächen dafür vorgesehen, örtlichen Betrieben die Erweiterung zu ermöglichen und damit die hochqualifizierten Arbeitsplätze und das Fachwissen in der Region zu halten. Hier passt also alles zusammen.“

Eingebettet in ein Konzept für angewandte Forschung und Technologietransfer entsteht mit dem TIP Innovationspark Nordheide an der B75 in Buchholz (Ortsteil Dibbersen) derzeit das „smarteste“ Wirtschafts- und Gewerbegebiet in der südlichen Metropolregion Hamburg. Unternehmen, die wissensbasierte Arbeitsplätze bieten und sich mit der Weiterentwicklung ihrer Produkte und Verfahren beschäftigen, sollen hier künftig auf Netzwerke und Unterstützung zurückgreifen können. Zum Konzept des TIP gehört, bereits vorhandene betriebliche Innovation mit angewandter Wissenschaft zusammenzubringen. Zudem setzt die WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg bei der Entwicklung und Erschließung des Wirtschaftsgebietes auf hohe Nachhaltigkeitsstandards und eine eigene 5G-Campuslizenz für den TIP.

Im Frühjahr diese Jahres sollen die insgesamt 25 Hektar Fläche vollständig erschlossen sein. Für die Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG gerade rechtzeitig: „Wir wollen so schnell wie möglich am neuen Standort starten“, sagt Dieter Hoth.