Skip to main content
Startseite » WLH Blog » Gründung » Gründerstory: Waldemar Leibhahn über die Entwicklung von ORGANIC POLYMER
Start-up-Gründer Waldemar Leibhahn begutachtet eine Probe seiner Bodenbeschichtung. Foto: WLH/Bianca Augustin
Waldemar Leibhahn, Gründer von ORGANIC POLYMER, begutachtet eine Probe seiner Bodenbeschichtung. Foto: (c) WLH/Bianca Augustin

Gründerstory: Waldemar Leibhahn über die Entwicklung von ORGANIC POLYMER

In einem Marktsegment, das von großen Herstellern dominiert wird, ist Start-up-Gründer Waldemar Leibhahn so etwas wie ein Pionier des nachhaltigen Wandels. Der ausgebildete Chemielaborant hat ein innovatives Produkt entwickelt, das Handwerk und Baubranche bislang vergeblich suchen: Ein ökologisches Bodenbeschichtungs-System für die industrielle Anwendung, das schadstoffarm und umweltverträglich ist, aber dennoch über vergleichbare technische Eigenschaften wie herkömmliche Produkte verfügt. Die Idee dazu entstand auf dem heimischen Dachboden. Mit seinem Unternehmen ORGANIC POLYMER steht Waldemar Leibhahn ein halbes Jahr nach der Gründung kurz vor dem Markteintritt. Wir treffen ihn zum Interview in der Werkhalle des ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation in Buchholz i.d.N.. Hier arbeitet er am Erfolg von ORGANIC POLYMER, spricht mit uns über seine Mission und erklärt, warum sich die regionale Vernetzung in der frühen Gründungsphase für ORGANIC POLYMER ausgezahlt hat.

Die Erfolgs-Formel: Umweltfreundlich und innovativ

Hallo Waldemar, schön, dass du dir die Zeit nimmst, uns mehr über ORGANIC POLYMER zu erzählen. Du hast deine Firma im Herbst 2023 gegründet. Erkläre uns doch bitte kurz dein Geschäftskonzept.

>> Gern. Ich habe ein Bodenbeschichtungssystem auf Basis von Epoxidharz entwickelt, das eine ökologische Alternative zu herkömmlichen Systemen ist und dabei mit hervorragenden technischen Eigenschaften überzeugt. Die Bodenbeschichtung besteht aus pflanzlichen Produkten und erreicht einen Bio-Kohlenstoff-Anteil von ca. 90%. Das ist derzeit auf dem Markt einzigartig. Marktübliche Produkte basieren zum größten Teil auf Rohöl. Doch wir gehen noch weiter:  ORGANIC POLYMER-Produkte sind nicht nur nachhaltig, sondern auch frei von Schadstoffen, die durch Abrieb, Auswaschung oder Ausdünstung Mensch und Umwelt schädigen. So besteht weder während der Produktion, der Verarbeitung noch während der gesamten Nutzungsdauer beim Endkunden ein Gesundheitsrisiko. Gleichzeitig bieten unsere Bodenbeschichtungssysteme überdurchschnittliche technischen Eigenschaften wie zum Beispiel eine schnelle Aushärtung und hohe chemische und mechanische Belastbarkeit.

Du stehst jetzt kurz vor dem Markteintritt, welche nächsten Entwicklungsschritte sind für ORGANIC POLYMER geplant?

>> Aktuell planen wir den Umzug in eine größere Produktionsstätte. Außerdem treiben wir das personelle Wachstum weiter voran.

Schon früh hast du die Unterstützung durch das regionale Gründungsnetzwerk gesucht, zu dem auch die WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg gehört. Welchen Stellenwert hatte diese Entscheidung im Rückblick für dich?

>> Die regionale Vernetzung hat einen hohen Mehrwert für mich: Ein herzliches Dankeschön geht zum Beispiel an Kerstin Helm. Als Gründungsberaterin der WLH Wirtschaftsförderung hat sie mich in verschiedenen Fragen unterstützt und auch den Kontakt zu WIRTSCHAFTS-SENIOREN-BERATEN e.V. und Andreas Gooth geknüpft. Mit seiner Unterstützung konnte ich dann sehr schnell die nächsten Schritte und die Bewerbung für das Gründerstipendium angehen. Auch die professionelle Beratung durch Christine Benecke und die Wirtschaftsförderungs-GmbH für Stadt und Landkreis Lüneburg (WLG) war ein Gewinn. Dank der Kooperation konnte ich an einem Accelerator-Programm teilnehmen, lernte kompetente Business-Coaches kennen und fand im ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation in Buchholz i.d.N. schnell die passende Infrastruktur mit einer kleinen Werkhalle und der Möglichkeit, Konferenzräume nach Bedarf zu nutzen.

Als Solo-Gründer stehst du vor vielen Herausforderungen. Kannst du uns verraten, welche Förderprogramme du aktuell nutzt und wie sie deinen Geschäftsalltag beeinflussen?

>> Ich profitiere momentan vom Gründerstipendium für Niedersachsen und vom Elevator – dem Start-up-Accelerator für die Region Lüneburg. Das Stipendium sichert mir ein Grundgehalt für zehn Monate und eröffnet mir den Zugang zu wertvollen Workshops an der Technischen Universität Hamburg und der Leuphana Universität. Durch das Elevator-Programm wird ein Teil meiner Mietkosten für die Werkhalle gedeckt und ich habe individuell ausgewählte Coachings erhalten, die mich sowohl im operativen Geschäft als auch bei der Weiterbildung und Vernetzung unterstützen.

Wie aufwendig war der Bewerbungsprozess für das Elevator-Programm?

>> Anfangs erstellte ich einen detaillierten Projektplan und reichte meinen Businessplan ein. Nach dessen Annahme, präsentierte ich ein Pitch-Deck und stellte mich einem Online-Meeting zum Pitchen. Wie aufwendig das war? Diese Frage habe ich mir nicht gestellt. Ich habe ein klares Ziel vor Augen und sehe das Elevator-Programm als einen wichtigen Schritt dorthin.

Mit deinen innovativen, umweltfreundlichen Produkten wagst du den Schritt ins Neuland deiner Branche und misst dich mit etablierten Herstellern. Das setzt viel Mut, Risikobereitschaft und Expertise voraus. Was treibt dich als Start-up-Gründer an?

>> Der Antrieb kommt aus mir heraus. Ich habe ein immenses Umweltbewusstsein und begeistere mich für die Bauchemie. Da liegt es nahe, beide Themen miteinander zu verbinden und ungelöste Probleme anzupacken.

Wohin soll sich ORGANIC POLYMER in den nächsten fünf Jahren entwickeln?

>> Wir planen, unser Portfolio um nachhaltige Bodensysteme zu erweitern, weitere Anwendungen und Problemlösungen im Fußbodenbereich anzubieten und somit eine komplette ORGANIC POLYMER-Produktfamilie aufzubauen. Unsere Mission ist, mittelfristig zu 100% bio-basierte Produkte auf den Markt zu bringen. Wir entwickeln dafür komplett unbedenkliche Produkte, die CO2-neutral sind oder sich bevorzugt durch eine negative CO2-Bilanz auszeichnen. Unser Ziel ist es, in drei Jahren Marktführer für nachhaltige Produkte in unserer Branche in Deutschland zu werden – und in fünf Jahren in der DACH-Region.

Welche Themen sind da bei den Intensiv-Gründungscoachings besonders wichtig?

>> Jedes Gründervorhaben ist individuell, und daher muss maßgeschneidert entschieden werden, in welchen Bereichen Coaching benötigt wird. Es kommt darauf an, welche Kenntnisse verstärkt und welche Fähigkeiten ausgebaut werden müssen.

Was rätst du anderen Gründerinnen und Gründern, die ähnlich wie du mit einer Produkt-Innovation in einer etablierten Branche starten möchten?

>> Glaube zu 100 Prozent an deine Idee und setze sie um. Lass dich nicht von konventionellen Meinungen abhalten und schaue über den Tellerrand hinaus!

Danke Waldemar für das Gespräch!

Zur Person: Waldemar Leibhahn

Waldemar Leibhahn, Jahrgang 1992, ist Chemielaborant. Nach Stationen in der Forschung & Entwicklung, Anwendungstechnik und technische Kundenberatung in der Bauchemie beschloss er, sein eigenes Start-up ORGANIC POLYMER (www.organicpolymer.de) zu gründen. Waldemars Produkt-Innovation – nachhaltige Bodenbeschichtungen auf Basis von Epoxidharz herzustellen – entstand in einem kleinen Labor auf dem heimischen Dachboden. 

Gründerservice für den Landkreis Harburg und die Region

Gründerinnen und Gründer, die sich ebenfalls Unterstützung bei Aufbau und Weiterentwicklung ihres Business‘ wünschen, finden im Gründungsnetzwerk für die Region Landkreis Harburg und Lüneburg einen kompetenten Ansprechpartner.

Kontakt zum Beispiel über die WLH Wirtschaftsförderung unter wlh.eu, Telefon (04181) 92360 oder info@wlh.eu.

Weiterführende Informationen zum „Elevator“, dem Start-up-Accelerator Lüneburg, gibt es online unter https://startups-lueneburg.de/.

Über das Gründungsstipendium informiert das Land Niedersachsen zum Beispiel auf der Homepage der NBank.

Aktuelle Beiträge
5G, Förderung
Es ist nicht nur ein Lernort für die digitale Welt, sondern ein digitaler Kosmos für die Erforschung und Erprobung von Anwendungen und Technologie…
Förderung, Innovation
In einer Welt, die sich immer stärker digitalisiert, müssen auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) den Schritt in die digitale Transformation …