Digitalisierung wird dort greifbar, wo sie im Alltag tatsächlich etwas verändert: wenn Abläufe einfacher werden, Daten schneller nutzbar sind oder technische Systeme Aufgaben übernehmen, die bisher viel Zeit gebunden haben. Genau um solche Anwendungen ging es beim Fachforum „Digitalisierung in KMU und Behörden“ der WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH.
Im ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation in Buchholz in der Nordheide kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verwaltungen, Forschung und Technologieentwicklung zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie moderne Technologien heute bereits eingesetzt werden können – und was kleine und mittlere Unternehmen sowie öffentliche Einrichtungen davon haben.
Das Fachforum zeigte eine breite Auswahl praktischer Anwendungen. Dazu gehörten zum Beispiel KI-Multiagenten für betriebliche Prozesse, digitale Zwillinge für Produktion und Infrastruktur und moderne Vermessungstechnik. Einen besonderen Praxisbezug hatten auch Drohnenlösungen für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Sie können Rettungskräfte und Polizei unterstützen, wenn Einsatzlagen schnell erfasst, schwer zugängliche Bereiche erkundet oder Abläufe dokumentiert werden müssen.
Auch 5G-Campusnetze spielten eine wichtige Rolle. Anhand konkreter Beispiele wie zum Beispiel dem 5G-Reallabor im TIP Innovationspark Nordheide wurde deutlich, welche Bedeutung stabile, leistungsfähige und sichere Datenverbindungen für den unternehmerischen Alltag haben können – etwa bei vernetzten Maschinen, Sensorik, mobilen Systemen oder Anwendungen, die Daten nahezu in Echtzeit übertragen und auswerten müssen.
Für die WLH stand dabei nicht die Technik allein im Vordergrund. Entscheidend ist, wie der Weg von der technologischen Möglichkeit zur Anwendung im Betrieb gelingt. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist dieser Schritt häufig anspruchsvoll. Viele Betriebe kennen ihre Herausforderungen sehr genau: Prozesse kosten zu viel Zeit, Daten werden noch nicht konsequent genutzt, Schnittstellen fehlen oder neue Anwendungen lassen sich im laufenden Betrieb nur schwer einführen.
Der Technologietransfer muss deshalb zu den Anforderungen des Mittelstands passen. Lösungen müssen verständlich, realistisch und anschlussfähig sein. Sie müssen sich an konkreten betrieblichen Fragen orientieren und nicht an abstrakten Zukunftsszenarien.
Hier setzt die Arbeit der Wirtschaftsförderung an. Die WLH bringt Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Technologieanbieter und Verwaltung zusammen. Gemeinsam mit Netzwerkpartnern unterstützt sie dabei, erste Ansätze zu sortieren, passende Kontakte herzustellen und aus Ideen praxistaugliche Projekte zu entwickeln.
Das Fachforum machte deutlich, welche Rolle der Landkreis Harburg dabei einnehmen kann. Digitalisierung findet nicht nur in großen Zentren oder weit entfernten Forschungsumgebungen statt. Auch in der Region entstehen Anwendungen, Netzwerke und Kooperationen, die Unternehmen und Verwaltungen beim nächsten Schritt unterstützen können.
Neben den Fachvorträgen und Live-Einblicken bot die Veranstaltung viel Raum für Gespräche. Viele Fragen entstanden direkt aus der betrieblichen oder behördlichen Praxis: Welche Technologie passt zu welchem Problem? Welche Voraussetzungen braucht ein Einstieg? Welche Partner können helfen? Und wie lässt sich Digitalisierung so gestalten, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich entlastet?
Unternehmen, Verwaltungen und Organisationen, die eigene Digitalisierungsfragen besprechen möchten, können sich an die WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg wenden.
Ansprechpartner ist Dr. Timo Maurer, Innovationsmanager der WLH. Kontakt unter maurer@wlh.eu oder Telefon (04181) 92360.