Semih İşlemecioğlu, Geschäftsführer der HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH. Foto: HSI
Ob Raffinerie, Energie oder Lebensmittelindustrie – wenn komplexe Anlagen nicht ausfallen dürfen, kommt die HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH ins Spiel. Aus dem Rund-um-die-Uhr-Reparaturservice eines fachkundigen und engagierten Schweißers ist ein Multidienstleister im industriellen Anlagenbau geworden, der heute zentrale Versorger und Global-Player der Industrie in der Metropolregion Hamburg absichert. Mit dem Umzug in einen Neubau im TIP Innovationspark Nordheide setzt Geschäftsführer Semih İşlemecioğlu die Wachstumsgeschichte des Familienbetriebs fort – und stärkt zugleich den Innovationsstandort Landkreis Harburg.
Sobald in einer Industrieanlage nichts mehr geht, zählt oft jede Stunde. Und genau dann schlägt die Stunde von HSI: Das familiengeführte Unternehmen aus Rosengarten-Sottorf ist als Experte für industriellen Anlagenbau in der Metropolregion Hamburg darauf spezialisiert, komplexe Anlagen und Rohrleitungssysteme unter schwierigen Bedingungen instand zu setzen, umzubauen oder neu zu konstruieren.
Jetzt stellt die HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH am Wirtschaftsstandort Landkreis Harburg die Weichen für die nächste Wachstumsphase: Das Unternehmen verlegt seinen Firmensitz in den TIP Innovationspark Nordheide nach Buchholz i. d. N. Auf einer rund 6.500 Quadratmeter großen Fläche entsteht ein modernes Büro- und Betriebsgebäude, in das HSI mehrere Millionen Euro investiert.
AUF WACHSTUMSKURS
Der Neubau im Wirtschaftsgebiet TIP wird künftig die Schaltzentrale für das operative Geschäft. Geplant sind rund 300 Quadratmeter Bürofläche sowie etwa 1.300 Quadratmeter Produktions- und Werkstattflächen. HSI beschäftigt überwiegend hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fast ausschließlich im technischen Bereich. Mit dem Umzug nach Buchholz entsteht Raum für rund zehn zusätzliche Arbeitsplätze in verschiedenen Unternehmensbereichen – ergänzt um kaufmännische und technische Ausbildungsplätze. Für die Wirtschaft im Landkreis Harburg bedeutet das zusätzliche qualifizierte Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten in einem hochspezialisierten Industriebetrieb.
„An unserem bisherigen Standort in Rosengarten platzen wir buchstäblich aus allen Nähten. Aber eine Erweiterung ist dort nicht möglich“, sagt Geschäftsführer Semih İşlemecioğlu. „Ein Umzug nach Hamburg stand für uns ebenfalls nicht zur Debatte. Für unsere Anforderungen war schlicht keine geeignete Fläche zu finden.
In Buchholz wurden wir dagegen mit offenen Armen empfangen. Der TIP Innovationspark bietet uns Platz für weiteres Wachstum und gleichzeitig ein Umfeld mit Unternehmen, die ähnlich denken wie wir.“ Den Einzug in den Neubau plant HSI für den Sommer 2026. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Unternehmen vor Ort in von Synergien mit anderen Betrieben im TIP profitieren wird.
DIE GESCHICHTE HINTER DEM SPEZIALISTEN FÜR ANLAGENBAU
Die Geschichte hinter dem Unternehmen erklärt, warum HSI so gut in dieses innovationsorientierte Umfeld passt. Den Grundstein legte 1997 der Vater des heutigen Geschäftsführers. Als Schweißer bei Blohm+Voss erkannte er, wie teuer Stillstand in der Großindustrie werden kann – insbesondere, wenn es Tage dauert, bis überhaupt mit Reparaturen begonnen wird. Er kündigte seinen sicheren Job, investierte in einen Transporter, eine Schweißmaschine und einen Werkzeugkoffer und bot der Industrie einen 24-Stunden-Notdienst an. 365 Tage im Jahr. Mit Fleiß, Fachwissen und der tatkräftigen Unterstützung seines Bruders als erstem Mitarbeiter und seiner Ehefrau – im jungen Unternehmen zuständig für sämtliche administrativen Aufgaben und Finanzthemen – erarbeitete er sich schnell einen Namen als verlässlicher Problemlöser in der Hamburger Industrie.
Visualisierung des Neubaus der HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH im TIP Innovationspark Nordheide. Grafik: Bartram Bau-Systeme
Semih İşlemecioğlu ist heute 29 Jahre alt. Die ersten Berührungspunkte mit dem Betrieb seines Vaters hatte er mit 18. „Ursprünglich war nicht geplant, dass ich einmal voll in das Unternehmen einsteige“, erzählt İşlemecioğlu. „Aber ich habe mit Begeisterung gesehen, wie gut mein Vater in seinem Beruf war – fachlich und menschlich. Das hat mich motiviert.“ 2015 firmierten Vater und Sohn das Unternehmen zur GmbH um. Parallel absolvierte Semih İşlemecioğlu ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre und lernte das operative Geschäft von der Pike auf kennen – vom Einsatz auf der Baustelle bis zur Projektkalkulation. „Ich habe jedes Schweißverfahren, das bei uns zum Einsatz kommt, gelernt – bis hin zum Spiegelschweißen in Zwangslagen“, sagt er. Gemeint sind Arbeiten in extrem beengten Bereichen, in denen Schweißnähte nur über einen Spiegel und mit millimetergenauer Handführung gesetzt werden können.
EINE ENTSCHEIDUNG FÜR DIE ZUKUNFT
2020 änderte sich für İşlemecioğlu von einem Tag auf den anderen alles: Sein Vater verstarb unerwartet, İşlemecioğlu musste die Verantwortung für das Unternehmen übernehmen. „Ich habe in dieser Phase sehr viel Unterstützung vom gesamten Team erhalten, um meine neue Rolle anzunehmen“, sagt er rückblickend. Gleichzeitig traf er unternehmerische Entscheidungen, die HSI neu positionierten. Statt weiterhin überwiegend als Subunternehmer von großen Auftraggebern abhängig zu sein, investierte das Unternehmen in zusätzliche Zertifikate, Zulassungen und eine umfassende TÜV-Auditierung. „Dieser Schritt hat uns unabhängiger gemacht“, so Semih İşlemecioğlu. Heute erwirtschaftet die HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH einen Jahresumsatz im zweistelligen Millionenbereich und arbeitet für Kunden, die zur systemrelevanten Industrie in der Metropolregion Hamburg zählen.
MULTIDIENSTLEISTER FÜR DIE INDUSTRIE
Zum Leistungsspektrum gehören Bau, Reparatur, Montage und Demontage industrieller Rohrleitungssysteme und ihrer Komponenten, Stahlbaukonstruktionen, Wärmetauscher, Verteiler, Ventile, Brennkessel und Behälter unterschiedlichster Art. Damit besetzt HSI eine wichtige Rolle im industriellen Anlagenbau im Landkreis Harburg und der Metropolregion Hamburg. Alle gängigen und viele besonders anspruchsvolle Werkstoffe werden verarbeitet, mit hoher Routine insbesondere bei legierten und hochlegierten Stählen.
„Ich möchte, dass unsere Unternehmensflagge in der Hamburger Industrie überall weht – und dass mein Vater stolz wäre auf das, was wir hier aufbauen.“
Semih Islemecioglu, Geschäftsführer der
HSI Anlagen- und Kraftwerkservice GmbH
„Wir sind ein Multidienstleister“, beschreibt Semih İşlemecioğlu das Geschäftsmodell. „Bei uns bekommen Kunden Schweißer, Maschinenbauer, Stahlbauer und Planungsleistungen auf einem hohen Qualitätsstandard aus einer Hand. Unsere Auftraggeber müssen nicht verschiedene Gewerke koordinieren, sondern haben einen Ansprechpartner, der sich um alles kümmert.“
WO ANDERE AUFHÖREN, FÄNGT HSI AN
Wie dieses Selbstverständnis in der Praxis aussieht, zeigt eine Geschichte, die im Unternehmen bis heute häufig erzählt wird. Ein Lebensmittelhersteller war mit einem massiven Produktionsausfall konfrontiert: Zwei von drei Kesselanlagen waren defekt. Experten aus den USA und Belgien hatten sich bereits an der Reparatur versucht, der Maschinenhersteller selbst erklärte die Anlagen für irreparabel – weltweit gebe es niemanden, der solche Arbeiten ausführen könne, hieß es. Die Lieferzeit für zwei neue Kessel hätte ein bis zwei Jahre betragen.
„Mein Vater hat damals selbstbewusst gesagt: Ich repariere euch das“, erzählt Semih İşlemecioğlu. Es folgte ein Projekt, das die Grenzen des Machbaren auslotete. Meister aus verschiedenen Fachgebieten wurden eingebunden, Ingenieure hinzugezogen, Schweißarbeiten an Großanlagen mussten mit Toleranzen von maximal einem Millimeter umgesetzt werden. Sechs Monate dauerte die Reparatur, zeitweise gab es Zweifel, ob sie gelingen würde. Am Ende gingen beide Kessel wieder in Vollbetrieb – und sparten dem Unternehmen Ausfallkosten in Millionenhöhe. „Diese Geschichte beschreibt sehr gut, wie wir ticken“, sagt İşlemecioğlu. „Wo andere aufhören, fangen wir erst an.“
INNOVATION UNTER EXTREMBEDINGUNGEN: WERKSTOFFE UND PROZESSOPTIMIERUNG
Neben dieser Einsatzbereitschaft ist es vor allem der Innovationsanspruch, der HSI auszeichnet – und der den Schritt in den TIP Innovationspark Nordheide folgerichtig erscheinen lässt. Viele Anlagen, die das Unternehmen baut, wartet oder modernisiert, arbeiten unter Extrembedingungen: hohe Temperaturen, aggressive Medien, starke Belastungen. Die Anforderungen an die Werkstoffe sind entsprechend hoch.
„Wir erproben kontinuierlich neue Einsatzmöglichkeiten von speziellen Materialien und anderen hochlegierten Stählen für extreme Anlagenbedingungen“, erläutert Semih İşlemecioğlu. Damit positioniert sich HSI klar als Anbieter von Sonderkonstruktionen im Anlagenbau für anspruchsvolle Industrieprozesse im Landkreis Harburg und darüber hinaus. Anders als klassische Produktentwickler denkt HSI dabei nicht von einem fertigen Serienprodukt her, sondern an Kunden- und Einsatzorientierte Lösungen. Gemeinsam mit den Kunden werden Materialien und Konstruktionen entwickelt und im laufenden Betrieb getestet.
Im engen Austausch mit den Betrieben prüft HSI, welche Kombination aus Werkstoffen, Geometrien und Schweißverfahren den größten Nutzen bringt. Zum Beispiel wenn es darum geht, Strömungswerte zu verbessern, Erosionen zu reduzieren und dadurch Energieverbräuche zu senken. „Wenn wir etwa die Strömungswerte einer Anlage optimieren, dann reden wir schnell über enorme Kostenvorteile für unsere Kunden“, so Semih İşlemecioğlu. Jede Sonderkonstruktion erhält als Standard eine CE-Kennzeichnung und Konformitätserklärung durch firmeneigene Prüfingenieure.
STARKE MARKTPOSITION IN DER METROPOLREGION HAMBURG
Zu den Auftraggebern zählen heute unter anderem die Stadt Hamburg, Hamburg Wasser, die Hamburger Energiewerke, ADM Hamburg, Shell-Raffinerien, Aurubis und die Stadtreinigung Hamburg. Für sie beteiligt sich HSI an der Instandhaltung und Optimierung bestehender Anlagen – häufig in sensiblen Bereichen der Versorgung und Entsorgung. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren eine starke Marktposition in der Metropolregion Hamburg erarbeitet“, sagt Semih İşlemecioğlu. „Wir sind ein namhafter Dienstleister, und die Hamburger Industrie kommt an uns nicht mehr vorbei.“
MODERNE PERSONALFÜHRUNG IM HANDWERK
Dass HSI trotz dieser Entwicklung nicht über Fachkräftemangel klagt, hängt auch mit der Unternehmenskultur zusammen. „Es klagen alle über Fachkräftemangel – wir nicht“, sagt Semih İşlemecioğlu. „HSI ist ein junges, dynamisches Unternehmen. Wir sind liquide – das überzeugt viele Talente.“ Im Zentrum steht dabei die Förderung der Mitarbeitenden. „Ich sehe es als Aufgabe der Unternehmen, Mitarbeiter zu fördern und dafür zu sorgen, dass sie an den richtigen Stellen eingesetzt werden. Bei uns gibt es ein klares Bekenntnis zu Engagement und zur Chance, sich im Unternehmen zu entwickeln, Perspektiven zu haben und Karriere zu machen.“ In Bewerbungsgesprächen interessieren İşlemecioğlu Zeugnisnoten wenig: „Die Motivation muss stimmen. Wir sind auch offen für Quereinsteiger.“
WARUM DER TIP INNOVATIONSPARK NORDHEIDE DER PASSENDE STANDORT IST
Mit dem neuen Standort im TIP Innovationspark Nordheide verbindet Semih İşlemecioğlu deshalb nicht nur zusätzliche Hallenflächen und modernere Büroarbeitsplätze. Der Umzug ist für ihn ein strategischer Schritt, um die eigene Marktposition weiter auszubauen, Innovationen voranzutreiben und gleichzeitig im Landkreis Harburg als Arbeitgeber sichtbar zu sein.
Der TIP Innovationspark Nordheide ist eine der wichtigsten regionalen Gewerbeflächen im Landkreis Harburg. Er bietet technologieorientierten Unternehmen moderne Infrastruktur, kurze Wege und ein innovationsorientiertes Umfeld. Die Lage in Buchholz mit kurzen Wegen in die Hamburger Industrie, die Nachbarschaft zu anderen technologieorientierten Unternehmen und die Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg sieht İşlemecioğlu als klare Standortvorteile.
Für Unternehmen, die auf der Suche nach Gewerbeflächen im Landkreis Harburg sind, zeigt das Beispiel HSI, welche Entwicklungsperspektiven der TIP Innovationspark Nordheide bieten kann. „Ich möchte, dass unsere Unternehmensflagge in der Hamburger Industrie überall weht – und dass mein Vater stolz wäre auf das, was wir hier aufbauen“, sagt er.