27.09.2018

Auslandspraktikanten in Unternehmen

Auch für Startup-Unternehmen lohnenswert!

Gruppenfoto WLH Voltimum

Kann ein kleines Startup-Unternehmen einen Praktikanten sinnvoll beschäftigen? Diese Frage stellte sich auch Christian Szczensny, der im ISI Zentrum für Gründung, Business und Innovation in Buchholz ansässig ist. Wie sein Praktikant Steven Hulsman zu ihm kam, ist eine längere Geschichte mit mehreren Beteiligten.

Hauptberuflich ist Szczensny schon länger für Voltimum, eine Internetplattform der Elektrotechnikbranche, tätig. Privat baute er kürzlich ein Haus und stattete es mit dem Automatisierungssystem KNX aus. In Deutschland gilt Manfred Meier als Experte für KNX und die dazugehörige Software ETS – er hat mit dem ETS-Schnellkurs als E-Book die gängige Installations- und Betriebsanleitung entwickelt. „Ich bin absolut überzeugter Kunde des ETS-Schnellkurses“, sagt Szczensny. So lernte er Manfred Meier auch persönlich kennen. Dieser war mit dem ETS-Schnellkurs inzwischen so stark ausgelastet, dass Szczensny seinem Chef vorschlug, das Produkt bei Voltimum aufzunehmen.

Die Produktübersetzung als Projekt neben dem Full-Time-Job zu betreuen, brachte Szczensny auf die Idee, einen Praktikantenplatz dafür anzubieten. Über den „Flurfunk“ im ISI-Zentrum erfuhr er von der Plattform Praktikum.de und es ergab sich, dass der niederländische Business-Student Steven Hulsman für rund fünf Monate im Projekt mitarbeiten konnte.

Steven Hulsman ist gerade in seinem Studienabschlussjahr im Studiengang International Business, wozu auch Fremdsprachen gehören. So arbeitete er in Buchholz mit an der englischen Version des ETS-Schnellkurses, besuchte den deutschen Firmensitz von Google in Hamburg und die Online Marketing Rockstars-Messe. „Weil er während seiner Zeit hier in Harburg in einer Studenten-WG wohnte, hat er außerdem so gut Deutsch gelernt, dass er inzwischen seine Prüfung mit einer 1 bestanden hat“, sagt Szczensny.
Durch den Grenzübertritt des Studenten war es ihm außerdem möglich, Förderungen in Anspruch zu nehmen, etwa aus dem Erasmusprogramm, das den europäischen Studentenaustausch fördert. „Dadurch konnte Steven seine Wohnung daheim während seines Aufenthaltes in Deutschland weiterbezahlen.“

Steven Hulsmans Aufgaben begannen mit der Unterstützung bei der Fertigung und Verbesserung des Produkts in der Pre-Launch-Phase. Es folgte die Launch-Phase, in der das gesamte erste Marketing entwickelt wurde, und dann die Post-Launch-Phase, in der das Marketing für das Produkt, das auch die deutsche Version umfasst, immer weiter verbessert wurde.

Für Christian Szczensny war die Zusammenarbeit mit Steven Hulsman eine positive Erfahrung. Auch Steven Hulsmans Bilanz fällt durchweg positiv aus: „Es ist wunderbar, wenn man seine Fremdsprache in der Praxis – im Ursprungsland der Sprache –  weiterentwickelt, und dabei kulturelles Wissen zu bekommen und internationale Erfahrung zu sammeln“, sagt er. „Das komplette Praktikum war sehr lehrreich, da alles mit Trial-and-Error gemacht wurde. Ich habe nichts als Lob für meine Praktikumsfirma. Ich hatte eine tolle Zeit und habe viel gelernt. Ein Praktikant in dieser Form war neu im Unternehmen. Für beide Seiten war nicht immer klar, was die beste Arbeitsweise war, und das führte zu einem großen Experiment, das ich sehr positiv erlebte“, lautet Steven Hulsmans Fazit.

Auch im ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation wurde der ausländische Student herzlich aufgenommen. „Beeindruckend war, wie er schon nach sehr kurzer Zeit vor allen Unternehmern einen Vortrag über seine Arbeit gehalten hat, auf Deutsch!“ so Zentrumsmanagerin Kerstin Helm.      

Foto: Kerstin Helm, Steven Hulsmann, Christian Szczensny


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